Qualitätshandbuch

12. Ziele zur Weiterentwicklung der Basiskompetenzen

12.1. Förderung der persönlichen Fähigkeiten = Personale Kompetenz

d.h. die Kinder sollen die Fähigkeit erwerben, für sich selbst verantwortlich zu handeln.

Wir unterstützen dies durch:

  • Fördern der Selbstwahrnehmung:

Die Kinder sind hoch motiviert und erkunden und begreifen ihre Umwelt mit allen Sinnen. Reize, die sie selbst erfahren, gespürt, gefühlt, geschmeckt, gerochen, gehört  haben, werden verinnerlicht, gespeichert und vielfältig verknüpft.  Ansprechendes Material macht unsere Kinder neugierig und begünstigt intensive Sinnesschulung.

  • Erleben von Freude und Geborgenheit:

Für die meisten Kinder beginnt mit dem Eintritt in die Kinderkrippe / den Kindergarten ein neuer Lebensabschnitt. Aus diesem Grund schaffen wir eine Atmosphäre, in der sich die Kinder wohl und geborgen fühlen. Wir fördern dies durch die Gestaltung der Räume und im alltäglichen, freundlichen Umgang mit den Kindern. Den Kindern wird signalisiert, dass sie bei uns im Kindergarten willkommen sind und dass ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit stehen.

  • Entwickeln von Selbstständigkeit und eigenständiger Persönlichkeit

In unserer Gesellschaft müssen Kinder früh eigenständige Entscheidungen treffen. Die vielfältigen Möglichkeiten und Beeinflussungen erfordern selbstbewusstes Handeln. Deshalb unterstützen wir von Anfang an die Selbstständigkeit der Kinder und tragen so dazu bei, dass sie sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln.

Essentiell ist hierbei, eine geeignete Lernumgebung zu bieten, um Neues aufzunehmen und die kognitive Entwicklung zu stärken. Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit, Kombinationsfähigkeit und logisches Denken können spielerisch trainiert werden.

 

12.2. Förderung der Sozialkompetenz = Kompetenz zum Handeln im sozialen Kontext

d.h. die Kinder sollen die Fähigkeit erwerben, mit anderen Menschen verantwortungsvoll zu leben. Dies unterstützen wir durch:

  • Ausbildung des Wertebewusstseins

Grundwerte unterliegen zunehmend einem ständigen Wandel. Die Folge ist, dass vielen Menschen damit oft auch im Alltag Halt und Sicherheit verloren geht. Uns ist es wichtig, bestehende Werte zu überdenken und diese an die Kinder weiterzugeben, um ihnen Orientierungshilfen für den Alltag zu bieten. Diese Werte werden den Kindern im Umgang miteinander und im Erleben unserer Umwelt auf vielfältige Weise vermittelt. So erfahren sie, selbstbewusst in Konfliktsituationen zu gehen, verbal  zu argumentieren und mit Respekt  die Meinung und Einstellung anderer zu achten.

  • Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

Damit Gemeinschaft positiv erlebt werden kann, muss jeder Mensch sich in ihr zurechtfinden und seinen Teil dazu beitragen. Die Förderung des sozialen Miteinanders ist deshalb ein wesentlicher Aspekt unseres Tuns. Voraussetzung dafür ist die Akzeptanz und Toleranz gegenüber Mitmenschen.

So wird im Alltagsgeschehen unseres Kinderhauses Demokratieverständnis gelehrt und geübt, so immer es vertretbar und umsetzbar ist.

So können in der Kinderkonferenz Probleme beraten und Regeln formuliert werden, Gesprächskreise erschießen Themen und lassen eine Abstimmung zu.

12.3. Lernmethodische Kompetenz = lernen wie man lernt

d.h. die Fähigkeit zu wissen, wie man sich Wissen aneignet. Dies erfahren die Kinder bei uns durch:

  • Die Nutzung unserer vielfältigen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten

Lernen findet immer und überall und lebenslang statt. Um die Kinder für Lernanreize sensibel zu machen ist es ein Ziel, lernmethodische Kompetenzen zu vermitteln und reiche Facetten des Lernens anzubieten. Kinder sind von Natur aus interessiert, Neues zu erlernen und zu erforschen. Dieses Interesse greifen wir auf und bieten den Kindern altersgemäße Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Wir fördern dies durch sorgfältig ausgewähltes Material, im Freispiel, durch Gruppengespräche, besondere Angebote und in Projektarbeit. Dadurch unterstützen wir jedes einzelne Kind in seiner individuellen Entwicklung und in der Entfaltung seiner praktischen und geistigen Fähigkeiten.

Die anschließende Reflexion mit den Kindern lässt sie erkennen und formulieren, was sie erlernt haben und wie sie sich das gestellte Thema erschlossen haben.

 

12.4. Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen:

Resilienz          = Widerstandsfähigkeit                                                                           Transition       = Bewältigung von Übergängen

d.h. die Kompetenz erlangen, mit Anforderungen, Veränderungen und Belastungen umgehen zu können.

  • Widerstandsfähigkeit:

Die Kinder erfahren im Rollenspiel, im Gesprächskreis und in Sachgesprächen, wie negative Erfahrungen entmutigen und seelischen Schmerz verursachen können und welche Möglichkeiten jeder hat, sich davon zu befreien. Kleine Helden des Alltags beweisen, wie Furcht und Mutlosigkeit vertrieben werden können.

Mit dem Projekt „Kindergarten Plus“ greifen wir sensible, oft tabuisierte Themen kindgerecht auf und bieten Lösungswege an.

  • Übergänge:

In der Eingewöhnungsphase unterstützen wir die Kinder bei ihrem Übergang von der Familie in die Kinderkrippe, den Kindergarten sowie später beim Übergang in die Schule.

  • Beim Start in die Kinderkrippe lehnen wir uns an das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ an und verändern es je nach Bedarf individuell. Hier beginnen die Kinder in Begleitung eines Erziehungsberechtigten den Krippenbesuch und bei gelingender Eingewöhnung trennt sich der Elternteil nach und nach vom Kind.
  • Beim Start in den Kindergarten haben die Kinder die Möglichkeit mit oder ohne Begleitung zu schnuppern.

Es wird besonders darauf geachtet, einen intensiven Kontakt zum Kind herzustellen, seine Bedürfnisse zu erfassen und ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Eltern aufzubauen. Durch einen geregelten Tagesablauf, durch klare Strukturen, Regeln und Rituale gewinnt das Kind an Sicherheit, fühlt sich geborgen und zugehörig. Mit viel Geduld und Zuwendung gestalten wir die Trennung vom Elternhaus individuell und so sanft als möglich.

  • Den Übergang zur Schule unterstützen wir im letzten Kindergartenjahr intensiv. Den Kindern werden im Vorschulalter spezifische, ihrem Alter entsprechende Projekte angeboten. Sie werden durch verschiedene Aktivitäten langsam an die Schule herangeführt. Wir ermöglichen, das Schulgebäude in Ellingen, die künftigen Lehrerinnen und den Kinderhort kennen zu lernen und bereiten sie bestens auf den Einschulungstest und die Einschulungsuntersuchung vor.